Kerbal Space Program: Die Sandbox für Weltraum-Nerds

Welcher Weltraum-Nerd hat nicht schon immer davon geträumt seine eigenes Weltraumprogramm aufzubauen? Mit Kerbal Space Program ist dies seit kurzem in der finalen Version möglich!

Wir kommen in Frieden

Zugegeben: Die kleinen grünen Männchen vom Planeten Kerbin wirken auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenserweckend, ist eine gewisse Ähnlichkeit mit den Minions nicht von der Hand zu weisen. Doch während letztere berühmt-berüchtigt dafür sind, ihre neu gewonnenen Meister auf möglichst kreative Art und Weise ins Nirvana zu schicken, haben die Kerbals ihre wahre Bestimmung bereits gefunden: Die Erforschung des Weltalls.

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Apoapsis und Periapsis

Wer jetzt denkt, dies alles sei nur eine nette Spielerei des unabhängigen Spiele-Studios Squad, der sollte sich von den knuddeligen Protagonisten nicht in die Irre führen lassen: Trotz des fiktiven Sonnensystems im Orbit des Sterns Kerbol und seinen grünen Inhabitanten, basiert das Spiel auf der Physik unseres Universums und der Technik unserer Zivilisation. So wird eine asymmetrische Rakete wohl oder übel abstürzen und eine Kapsel mit zu hoher Eintrittsgeschwindigkeit und falschem Winkel unweigerlich in der Atmosphäre verglühen – inklusive der sich an Board befindenden Kerbonauten. Seit März 2015 existiert auch eine Kooperation mit der NASA, die dafür sorgt das sich immer wieder Asteroiden dem Heimatplanet nähern und (falls sie nicht entdeckt und abgefangen werden) auch dort Einschlagen.

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Sandkastengeschichten

Zwei Spielmodi stehen dem Spieler zur Verfügung: Der Story-Modus, bei dem es darum geht ein eigenes Weltraumprogramm aus dem Boden zu stampfen, inklusive aller Vor- und Nachteile wie Effektivität, Öffentlichkeitsarbeit, Forschung & Entwicklung, Wirtschaftlichkeit, etc. sowie ein Sandbox-Modus, mit vollständig freigeschalteten Technologiebaum und quasi unendlich Ressourcen. Letzteres würde ich allerdings nur absoluten Physik-Cracks empfehlen, gibt es im Story-Modus sehr viel zu lernen und zu erforschen. Darüber hinaus freut man sich über jeden noch so kleinen Fortschritt und hat auf diese Weise einfach mehr vom Spiel.

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Per aspera ad astra

Machen wir uns nichts vor: Raketen zu bauen ist nicht einfach. Nicht umsonst wird auch bei komplexen Themen fernab der Raumfahrt gerne der Begriff „Rocket Science“ als Synonym verwendet. Doch bevor ihr überhaupt Raketen in ausreichender Größe bauen könnt, müsst Ihr euch zuvor mit ein paar essentiellen Dingen beschäftigen. Passende Rekruten wollen gefunden werden, Wissenschaftspunkte zur Freischaltung des Technologiebaums müssen erarbeitet und Gebäudestrukturen verbessert und vergrößert werden. Nicht selten hilft hierbei das offizielle Wiki oder gar Wikipedia. Auch auf YouTube finden sich hunderte von Anleitungen zum Bau und Start der ersten Raketen bis hin zum Aufbau ganzer Weltraumstationen. Gute Englischkenntnisse sind hierfür zwingend erforderlich. Zwar gibt es Deutsche Übersetzungen in Form eines Mods, diese sind zum jetzigen Zeitpunkt jedoch unvollständig und sorgen eher für zusätzliche Verwirrung. Wer also denkt er könne bereits nach wenigen Stunden einen Kerbal erfolgreich in den Orbit entsenden und ihn an einem Stück wieder auf den sicheren Boden holen, der wird sehr schnell eines besseren belehrt. Übung und eine gehörige Portion Lernbereitschaft machen den Meister.

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Mods, Mods, Mods

Wem das Spiel trotz realistischer Physik und unzähliger Möglichkeiten zur Erkundung des Weltalls nicht ausreicht, dem sei die riesige und sehr aktive Community ans Herz gelegt. Es gibt hunderte von Mods mit denen sich das Spiel auf unterschiedliche Art und Weise anpassen lässt. So ist es etwa möglich das Kerbol-System durch unser Sonnensystem zu ersetzen. Wer keine Lust auf manuelle Kontrolle seiner Raketen und Raumschiffe hat, der greift zum programmierbaren Autopilot-System inkl. eigener Programmiersprache. Star Wars-Fans erfreuen sich über Raumschiffe aus dem gleichnamigen Universum. Auch interstellare Reisen mit experimentellen Antriebssystemen aus der nahen Zukunft sind möglich. Grundsätzlich gilt: Es gibt für alles eine passende Modifikation.

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Fazit

Kerbal Space Programm ist ein großartiger Baukasten mit unzähligen Stunden Spielspaß für Groß und Klein, Weltraum-Nerds und solchen, die es noch werden möchten. Es macht immer wieder Spaß das Weltall zu erforschen, neue Raketen und Raumschiffe zu bauen und dabei zu zusehen, wie Jebediah Kerman und seine Kollegen entweder staunend den Ausblick genießen oder ihnen beim Wiedereintritt die Panik ins Gesicht geschrieben steht. KSP läuft auf Windows, Linux und Mac OS X. Erhältlich bei Steam oder GOG für absolut faire 39,99 €. Eine kostenlose Demo-Version steht bei Steam ebenfalls zur Verfügung.

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